Projekt-Pfote

Kleine und große Hundeseelen hoffen auf Liebe und Geborgenheit!

Ein neuer Hund zieht ein

Sie möchten einem dieser armen Hunde ein neues zu Hause geben? Darüber freuen wir uns natürlich sehr. Er wird es Ihnen mit bedingungsloser Liebe und Treue danken. Doch zuvor, sollten Sie sich Gedanken darüber machen, wo Ihr neuer Begleiter herkommt.

Die meisten dieser Hunde haben sehr Schlimmes erlebt oder kennen nichts von unserer Welt, da sie ihr ganzes Leben in einem dieser fürchterlichen Tierheime verbracht haben. Viele von Ihnen müssen erst lernen, was es heißt ein Brustgeschirr anzuziehen, mit dem Auto zu fahren, das Radio oder den Fernseher zu hören, die grellen Lichter am Abend zu sehen und eine streichelnde Hand zu spüren. Die lange Fahrt nach Deutschland in einer engen dunklen Box verängstigen ihn. Die vielen Menschen, die kommen um den Neuen zu begutachten. Das Alles könnte Ihrem neuen Liebling anfangs in Panik versetzten. Er kennt es nicht.

Bitte lassen sie Ihrem Hund Zeit sich einzuleben und bedrängen ihn nicht. Es ist möglich, dass er sich im Haus erst mal unterm Bett verkriecht oder einfach eine Nacht im Garten verbringt. Viele dieser Hunde hatten noch keine Familie und kennen auch kein Haus von innen. Sollte er sein Geschäft anfangs im Haus elendigen, schreien Sie in nicht an - sein zu Hause war ein enger Zwinger - er wird sich ducken, seine Augen schließen und auf Schläge warten. Selbst ein alter Hund lernt sehr schnell, wie schön der Garten und das Gassigehen ist.

Mit viel Ruhe, Einfühlungsvermögen und ein bisschen Zeit werden Sie ganz schnell merken, wie er seine Ängste verliert und Vertrauen zu Ihnen aufbaut. Wichtig ist, dass der Hund auf Sie zukommt, nicht umgekehrt. Nehmen sie Ihren Schützling anfangs nicht zu eng in den Arm. Ich weiß, dass fällt sehr schwer. Wir Menschen finden das schön, doch ein ängstlicher Hund fühlt sich dadurch bedrängt. Vermeiden sie laute Geräusche und heftige Bewegungen.

Lassen Sie ihn bitte die ersten Wochen nicht von der Leine. Mit der Zeit werden Sie sehen, wovor er sich fürchtet oder auch nicht mehr fürchtet und wie weit Sie ihm vertrauen können. Bedenken Sie auch, dass er anfangs nicht versteht, was sie von ihm wollen. Für viele dieser Hunde ist auch ein Brustgeschirr angenehmer, da einigen Schlingen um den Hals gelegt wurden, sie eine schwere Verletzung hatten oder aus Kettenhaltung stammen.

Zu Anfang wird Ihr Hund auch mit Magenproblemen zu kämpfen haben. Mischen sie immer etwas gekochten Reis und Möhren unter das Futter. Besser ist natürlich wenn sie Hühnchen- oder Rindfleisch mit Reis anbieten können.

Das soll Ihnen jetzt bitte keine Angst machen. Sie werden selbst erleben, wie stolz Sie auf sich und Ihren Vierbeiner sind, wenn er Vertrauen zu Ihnen aufgebaut hat. Er wird Ihnen für Ihre Rücksicht, Ihre Liebe und Führsorge mit tausendfacher Liebe und Treue danken.

Vielleicht bekommen Sie ja aber auch von Anfang an ein schwanzwedelndes Etwas, das Sie nie wieder loslassen möchte. 

Ihr Pfotenteam

Vermittlungsablauf

Wenn Sie sich für einen unserer Hunde entschieden haben, wenden Sie sich bitte an den beim jeweiligen Hund angegebenen Ansprechpartner. Wir setzen uns dann schnellstmöglich mit Ihnen in Verbindung um den weiteren Ablauf zu klären .

Unsere Hunde bekommen vor der Ausreise einen Mittelmeercheck. Dennoch bleibt ein gewisses Restrisiko bestehen. Es gibt kein hundertprozentiges Verfahren um diese Krankheiten ganz auszuschließen. (Beachten Sie unsere Infos über diese Krankheiten und fragen Sie Ihren Tierarzt, ob er sich damit auskennt.) Wir vermitteln nur nach bestem Wissen und uns bekannte Krankheiten ihres ausgewählten Vierbeiners werden wir immer ganz offen mit Ihnen besprechen.

Danach findet bei Ihnen zu Hause eine Vorkontrolle mit abgestimmten Termin statt. Hierbei geht es nicht darum, ob Ihre Wohnung ordentlich und aufgeräumt ist, sondern vielmehr darum Sie persönlich kennen zu lernen und wie Ihr Vierbeiner bei Ihnen leben würde. Sollten sich die Parteien einig werden, reservieren wir den Hund für Sie und der Schutzvertrag wird vorbereitet. Eine Wartezeit von 4-8 Wochen müssen Sie leider immer mit einbeziehen. Eine Zeit, die sich für Sie und ihren Liebling ganz bestimmt lohnen wird.

Leider kam es schon vor, dass die neuen Eltern am vereinbarten Übergabeort nicht erschienen sind, daher können wir unsere Schützlinge nur bei vorheriger Überweisung oder Barzahlung mit nach Deutschland nehmen.

Bei der Übergabe Ihres neuen Familienmitgliedes erhalten Sie den blauen EU-Pass mit den gültigen Impfungen und der Chipnummer.

Nun wünschen wir Ihnen und Ihrer Familie viel Spaß mit dem Zuwachs.

Erläuterung zur Schutzgebühr

Sollte einer unserer Schützlinge Ihr Herz erobert haben werden Sie sich sicher fragen warum sollte ich für einen älteren Hund noch eine Schutzgebühr bezahlen, wo ich nicht mal sicher sein kann dass der Hund gesund ist. Vielleicht braucht er ja auch tierärztliche Versorgung, Spezialfutter o.ä. Das könnte aber genauso bei einem Hund der aus einer Zucht mit Abstammungsnachweis kommt, passieren.

Wir wollen versuchen Ihnen in den nächsten Zeilen zu erläutern, warum wir auf die Schutzgebühr angewiesen sind.

Bis ihr Schützling ausreisen darf müssen einige Dinge erledigt werden, wie z.B. Impfungen, erstellen eines Eu-Passes, Leishmaniose und Filaria Tests werden durchgeführt, der Hund wird gechipt und entwurmt. Darüber hinaus entstehen noch Pensionskosten und Transportkosten.

Durch die Vermittlungsgebühr können diese Kosten abgedeckt werden, außerdem wird mit dem Rest der Schutzgebühr, den Zurückgebliebenen geholfen, sei es mit Futterspenden, notwendigen und dringenden Operationen und Kastrationen. 

Denken Sie bitte an die vielen anderen Hunde die zurückbleiben und irgendwann in den Tierheimen einsam sterben.

Ihr Pfoten-Team

 

Wie sehen unsere Anforderungen an Sie aus?

Wir erwarten von Ihnen, dass Sie sich mit dem Thema "Hund" auseinandergesetzt haben und der Verantwortung bewusst sind. Wir vermitteln unsere Hunde nur in gefestigte soziale Strukturen, d.h.  eine gesunde familiäre und finanzielle Basis muss vorhanden sein.

Wir beraten Sie gerne, welcher Hund zu Ihnen passen könnte, sportlichere, ruhigere, ältere Hunde müssen in das neue Umfeld passen. Nur so werden Mensch und Hund auch glücklich.

Wir geben Welpen grundsätzlich nicht auf Pflegestellen oder zur Probe, sie werden direkt in Familien vermittelt. Allerdings muss gewährleistet sein, dass mindestens ein Familienmitglied den ganzen Tag zu Hause ist.

Wir erwarten von Ihnen eine schriftliche Erlaubnis zur Haltung eines Tieres von Ihrem Vermieter, wenn Sie einen Hund von uns übernehmen wollen.

Zwinger- und Kettenhaltung lehnen wir strikt ab, ebenso die Vermittlung zu Zuchtzwecken.

 

Warum gibt es Vorkontrollen?

Wir möchten uns vorab ein Bild von Ihnen, Ihrer Familie und Ihren Lebensumständen machen. Ein Mitarbeiter des Vereins HundeNothilfe 4 Pfoten oder ein von uns beauftragter Tierschützer wird sie besuchen. Bei dem Gespräch sollen noch offene Fragen geklärt werden und unser Kollege wird sich von Ihnen das "neue Reich" Ihres zukünftigen Familiemitgliedes zeigen lassen. Eventuell können schon im Vorfeld "Gefahrenzonen" für den Hund ausgeschlossen werden.

Mit der Vorkontrolle möchten wir verhindern, dass der Hund "vom Regen in die Traufe" kommt. Wenn die Vorkontrolle positiv verlaufen ist, werden wir uns umgehend wieder mit Ihnen in Verbindung setzten und das weitere Vorgehen besprechen.

 

Warum nehmen wir eine Vermittlungsgebühr?

Wir möchten und können unsere Hunde nicht kostenlos abgeben. Mit der Vermittlungsgebühr wird u.a. verhindert, dass unverantwortliche Menschen die Tiere für wenig Geld kaufen und später einen Handel betreiben. Die Gebühr dient dem Schutz der Hunde. Auch ist es in unserem Vertrag ausgeschlossen, dass der Vierbeiner an andere Personen oder ins Tierheim gegeben werden kann. Er bleibt sein ganzes Leben in unserer Obhut und muss an uns zurückgegeben werden.

Für unsere Arbeit bekommen wir KEIN Geld, wir alle im Team der HundeNothilfe und auch in den Tierheimen arbeiten ehrenamtlich. Allerdings müssen wir die medizinische Untersuchung und die Vorbereitung der Tiere bezahlen, d.h. die Hunde werden untersucht, geimpft, gechippt, kastriert (nur wenn sie bereits die Geschlechtsreife erreicht haben), entwurmt, bekommen einen EU-Pass und bei den Hunden aus dem Mittelmeerraum veranlassen wir noch einen Test auf Mittelmeerkrankheiten. Hinzu kommen noch die Kosten für den Transport nach Deutschland.

Den kleinen Restbetrag verwenden wir für Notfälle, d.h. notwendige Operationen, Medikamente, Laboruntersuchungen, Futterspenden um nur Einiges zu nennen.

 

Wie hoch ist die Vermittlungsgebühr?

Unsere Vermittlungsgebühren staffeln sich wie folgt:

 

250,00 € für nicht kastrierte Hunde

280,00 € für Welpen

300,00 € für kastrierte Hunde

 

Wann ist die Vermittlungsgebühr zu bezahlen?

Sie können die Vermittlungsgebühr vorab auf das Vereinskonto überweisen oder uns bei Ankunft  des Hunde in bar übergeben.
Bitte haben Sie Verständnis, dass wir keine Ratenzahlungen mit Ihnen vereinbaren können, denn jeder Cent ist für die Hunde wichtig und muss im Kreislauf des Tierschutzes bleiben. Das Geld kommt ausschließlichen den Tieren zu Gute.

 

Wenn der Hund wieder zu uns zurück kommt

Selbstverständlich nehmen wir unsere Hunde wieder zurück, allerdings sollte dies nur der Ausnahmefall sein. Die von Ihnen gezahlte Vermittlungsgebühr wird nicht von uns erstattet, da wir für eventuell entstehende Kosten bis zur Vermittlung aufkommen müssen.

 

Mittelmeerkrankheiten

Leishmaniose 

Leishmaniose ist eine weltweit vorkommende Krankheit, die Menschen und Tiere befallen kann und sie wird durch den Stich der Sandmücke übertragen. Die Sandmücke kommt in allen mediterranen Ländern vor, z.B. in Spanien, Griechenland, Türkei, Portugal, Frankreich, aber auch in einigen Teilen Deutschlands und der Schweiz. Sie ist von Frühling bis Spätsommer aktiv.

Im Mittelmeerraum sind viele Menschen infiziert, auch Touristen, ohne je ein Symptom zu zeigen oder es überhaupt zu bemerken. Hunde in südlichen Ländern haben oft einen natürlichen Immunschutz erworben. Zwar stellt man bei einem Test einen Antikörper-Titer fest, jedoch keine Leishmaniose. Das Fehlen von Symptomen ist kein Hinweis darauf, dass der Hund nicht infiziert ist. Nur Tests bringen einen Nachweis.

Folgende Symptome können bei einer Infizierung auftreten: schleichender Gewichtsverlust, Lahmheit, Trägheit, Appetitlosigkeit, Haarverlust (vor allem um die Augen, „Brillenbildung“), Schuppenbildung, Hautwunden (oft nässend, meist kreisrund - an Ohren, Kopf, Nase und an den Beinen), Nasenbluten, Lymphknotenschwellung, Blutarmut, Nierenschädigung.

Bei einem Bluttest wird untersucht, ob und wieviele Antikörper gebildet wurden. Bei einem Knochenmark- und Lymphknotentest wird - unter lokaler Betäubung - ein Punktat entnommen und mikroskopisch auf Leishmanien untersucht.

Im Umgang mit infizierten Tieren besteht für Menschen keine Gefahr sich zu infizieren, vorausgesetzt natürlich, es werden die üblichen Hygieneregeln (Händewaschen, Vorsicht im Umgang mit offenen Wunden etc.) eingehalten. Wissenschaftlich gesehen gibt es bisher keinen einzigen nachgewiesenen Fall, bei dem sich der Mensch durch seinen Hund infiziert hat. Es besteht kein Grund, Tieren aus südlichen Ländern eine Chance auf ein neues Leben in Deutschland zu verweigern.

Übertragung von Leishmanien

1. Von Mensch zu Mensch:
2. Von Tier zu Tier:

3. Von Tier zu Mensch:                   Nur jeweils über den Zwischenwirt „Sandmücke“.

4. Von Mensch zu Tier:

Weiterhin ist die Übertragung über die Plazenta im Mutterleib bekannt. Die Übertragung erfolgt jedoch nicht zwangsläufig. Es kann innerhalb des Wurfes einer infizierten Hündin sowohl infizierte wie nicht infizierte Welpen geben. Einige Welpen weisen einen Antikörpertiter auf, ohne selbst infiziert zu sein. Der Titer geht in solchen Fällen innerhalb des ersten Lebensjahres zurück.

Direkte Übertragungen Tier zu Tier oder Tier zu Mensch wurden bisher nicht nachgewiesen. Allerdings gibt es einige ungeklärte Fälle, u.a. in Amerika, wo bislang nicht klar ist, WIE sich Hunde infiziert haben, ohne in einem Endemiegebiet gewesen zu sein.

Leishmaniose-Hunde haben oft offene Ekzeme, in deren Wundsekret (nicht im Blut!) Leishmanien nachweisbar sind. Diese sind theoretisch infektiös, wenn sie direkt von dem Ekzem in das Blut (oder eine Wunde) von Tieren oder Menschen gelangen. Ein Nachweis wurde bisher aber noch nicht beschrieben. Dennoch sollte man infizierte Tiere mit Verletzungen grundsätzlich von Kindern fernhalten, und natürlich auch selbst größte Hygiene walten lassen.

An der Luft sind Leishmanien nicht lebensfähig. Sollte Wundsekret also beim Vorbeilaufen an Gegenständen hängenbleiben oder auf den Boden tropfen, ist die Infektionsgefahr vorbei, sobald es antrocknet, spätestens nach wenigen Minuten.

Durch Hundebisse kann Leishmaniose nicht übertragen werden, da im Speichel keine Leishmanien vorhanden sind. Auch über die Luft, Tröpfcheninfektion oder Körperausscheidungen wie Kot und Urin ist keine Übertragung möglich. Eine Übertragung beim Deckakt wäre theoretisch möglich, z.B. infolge der Ausscheidungen der Hündin. Untersuchungen liegen hierzu noch nicht vor. Selbst bei Kontakt mit frischem Blut (bei frischen Verletzungen des infizierten Hundes) besteht kaum ein Infektionsrisiko, da im frischen Blut  kaum Leishmanien enthalten sind. Lediglich bei HIV-infizierten Menschen, die gleichzeitig Leishmaniose haben, ist bisher der Nachweis von Leishmanien im Blut gelungen.

Weitere und umfangreiche Informationen zur Leishmaniose sind auf den Websiten

www.parasitus.com und http://www.leishmaniose.de/ zu finden.

Babesiose

Die Babesiose ist eine akut bis chronisch verlaufende Erkrankung, die durch einzellige Parasiten (Babesien) verursacht wird. Babesien treten weltweit, vor allem aber in den Tropen, den USA und den Mittelmeerländern, auf. Auch in Deutschland, Norditalien, der Schweiz, Frankreich, England und Ungarn wurden Fälle beobachtet. Die Hauptinfektionsgefahr im europäischen Raum besteht von Mai bis Oktober.

Die Übertragung erfolgt durch bestimmte Zeckenarten. Mit dem Speichel der Zecken gelangen die Entwicklungsstadien der Babesien ins Blut und zerstören die roten Blutkörperchen. Eine mechanische Übertragung durch Spritzen oder Bluttransfusionen ist möglich.

Die Inkubationszeit beträgt zehn Tage bis drei Wochen. Folgende Symptome treten auf: Mattigkeit, Fieber bis 42 Grad, allgemeine Schwäche, rotbraun gefärbter Harn, Nierenversagen und Gelbsucht.

Durch eine Blutuntersuchung können Babesien in den roten Blutkörperchen festgestellt werden. Die Behandlung erfolgt mit Hilfe von Bluttransfusionen und Chemotherapeutika.

Durch Zeckenbekämpfungs-Maßnahmen kann dieser Krankheit vorgebeugt werden.

Ehrlichiose

Die Ehrlichiose ist eine Infektionskrankheit, die Haustiere und Menschen befallen kann. Sie wird durch denn Biss der braunen Hundezecke übertragen, eine Übertragung vom erkrankten Tier auf den Menschen ist ausgeschlossen. Die Inkubationszeit beträgt zwischen 7 und 21 Tage.

Folgende Symptome können bei einer Infektion auftreten: Fieberschübe, Appetitlosigkeit, Atembeschwerden, Lymphknotenschwellung, eitriger Ausfluss aus der Nase und Augen, Hirnhautentzündung, Krampfanfälle, Lähmungen. Verringerung der weißen Blutkörperchen und Blutplättchen. Dadurch treten verstärkt Blutungen auf. Blutungen in den Schleimhäuten, inneren Organe oder die Bauchhöhle. Wasseransammlungen in der Unterhaut oder der Brust- und Bauchhöhle. Zusammenbruch des gesamten Immunsystems.

Durch einen Blutabstrich kann die Krankheit nachgewiesen werden. Die Behandlung erfolgt mit Hilfe von Antibiotika und bei frühzeitiger Behandlung gibt es gute Heilungschancen.

 

Filariosis

Filariosis ist eine unter Umständen schlimme Hundekrankheit. Sie wird durch einen Fadenwurm verursacht, der im Herz und in den der Lunge angrenzenden großen Blutgefäßen lebt. Die Fadenwürmer können eine Länge von 15 - 35 cm erreichen.

Die Übertragung geschieht durch ausschließlich durch bestimmte Stechmücken. Der weibliche Fadenwurm setzt Embryonen im Blut ab. Die Stechmücke wird angesteckt, wenn sie sich vom Blut eines verseuchten Hundes nährt. Während der folgenden 10 - 15 Tagen verwandelt sich die Mikrofilarie zweimal in der Stechmücke, bis sie die infektiöse Larvenphase erreicht. Wenn die Stechmücke nun erneut Blut saugt, dringt die Larve durch den Mückenstich in den Körper des Hundes ein. Die Larve braucht ungefähr 6 Monate, um in die Lungenarterien zu wandern, ihre Geschlechtsreife zu erlangen und Mikrofilarien im Blut abzulagern. Die Filarienkrankheit verursacht Schäden in den Lungenarterien. Schließlich kann sie auch Herz, Leber und sogar die Nieren angreifen. Im fortgeschrittenen Stadium reduzieren sich die Chancen einer vollständigen Genesung, auch wenn durch die Behandlung alle erwachsenen Fadenwürmer aus dem Herz eliminiert werden.

Bei einer Infektion treten folgende Symptome auf: Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, chronischer Husten, schnelle Ermüdung, Herzinsuffizienz. Die Herzinsuffizienz ist am Schwellbauch zu erkennen, was auf einen Flüssigkeitsstau im Unterleib zurückzuführen ist, Anämie, Gelbsucht, dunkelbrauner Harn.

Durch folgende Maßnahmen kann die Infektion nachgewiesen werden: Blutuntersuchung, Immunproben, Röntgenaufnahmen des Thorax und EKG. Die Behandlung beinhaltet die Entfernung der erwachsenen Fadenwürmer, intravenöse Spritzen, Verabreichung von Medikamenten zur Ausscheidung der Mikrofilarie, Hunde, die Symptome von fortgeschrittener Filariosis aufweisen, und besonders solche Tiere, die an Herzinsuffizienz leiden, gehen das Risiko ein, dass nach der Behandlung gegen die erwachsenen Fadenwürmer Komplikationen auftreten könnten. Die am Hohlvenen-Syndrom leidenden Tiere müssen sofort einem chirurgischen Eingriff unterzogen werden, dem anschließend dann die übliche Chemotherapie folgt. Der Tierarzt kann das Risiko bewerten und die zweckmäßigste Behandlung bestimmen.

Das modernste Schutzverfahren gegen Filariosis besteht aus der monatlichen Verabreichung von IVERMECTINA oder MELBEMYCIN-Produkten, die speziell für Hunde gedacht sind.

Es ist ratsam, die unter Schutzmedikation stehenden Tiere vorsichtshalber erneut auf evtl. im Blut vorhandene Mikrofilarien untersuchen zu lassen.